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Dermatologie

Hidradenitis suppurativa: positive EMA-Stellungnahme für die erste Tablette

Nach zwei Phase-3-Studien in Nature Medicine empfiehlt der CHMP die Zulassung von Povorcitinib. Der Vorteil gegenüber Placebo ist messbar, aber moderat.

berlimed Insights

Hidradenitis suppurativa, auch Acne inversa genannt, ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung mit schmerzhaften Knoten und Fisteln. Die Behandlung stützt sich bisher vor allem auf Antikörper, die gespritzt werden. Mit Povorcitinib könnte nun eine Tablette hinzukommen.

Die Studien

Povorcitinib hemmt gezielt das Enzym JAK1, das an Entzündungssignalen beteiligt ist. In den Studien STOP-HS1 und STOP-HS2 erhielten 608 und 619 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung 45 mg, 75 mg oder Placebo. Die Ergebnisse erschienen am 23. Juli 2026 in Nature Medicine.

Nach zwölf Wochen erreichten in STOP-HS1 40 und 41 Prozent der behandelten Patienten das Hauptziel, eine Halbierung der entzündlichen Läsionen nach dem Maß HiSCR50. Unter Placebo waren es 30 Prozent. In STOP-HS2 lagen die Werte bei 42 Prozent gegenüber 29 Prozent.

Sicherheit

Schwere unerwünschte Ereignisse traten bis Woche 54 bei 5 und 6 Prozent der Patienten auf. Am häufigsten waren Akne, Erkältungen und Infekte der oberen Atemwege.

Die Entscheidung in Europa

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA hat am 17. September 2026 eine positive Stellungnahme für Povofortay abgegeben. Die Empfehlung gilt für Erwachsene, bei denen eine Anti-TNF-Therapie nicht ausreichend wirkt, nicht vertragen wird oder nicht infrage kommt. Die Entscheidung der Europäischen Kommission steht noch aus.

Unsere Einordnung

Der Abstand zu Placebo liegt bei etwa zehn bis dreizehn Prozentpunkten und ist damit moderat. Die Placebophase dauerte nur zwölf Wochen, einen direkten Vergleich mit Antikörpern gibt es nicht. Für die Dermatologie ist trotzdem bemerkenswert, dass eine orale Option in ein Feld kommt, das bisher von Injektionen geprägt ist.